«Being, Doing, Becoming», SGBF-Tagung

Kategorie Event

Die dritte Vernetzungstagung unter dem Titel «Bildungsprozesse in gesellschaftlichen Macht- und Ungleichheitsverhältnissen» der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF) findet an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik statt.

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Fokus. Der thematische Fokus der Tagung kreist im Speziellen um die Frage von Dis/Ability (Goodley 2017; Waldschmidt 2020) und Intersektionen von Ableismus mit anderen Machtverhältnissen, wie Rassismus, (Hetero-)Sexismus und Klassismus. Als allgemeine theoretische Grundannahme gilt die subjektivierungstheoretische Feststellung, dass Subjekte nicht ihr eigener Ursprung sind (Butler 1993), sondern über Macht gebildet und geformt werden (Butler 2001). Somit gerät erstens der Prozesscharakter von Bildung in den Blick – Bildungsprozesse lassen sich als (beständiges) Werden («Becoming») verstehen, welches sich etwa über Adressierungen und Positionierungen im Kontext von gesellschaftlichen und institutionellen Ritualen oder Konventionen vollzieht. Zweitens eröffnet diese Abwendung von einer Ursprünglichkeit des Subjekts (Foucault 2005) eine explizite Perspektivenverschiebung vom «Being» zum «Doing», welche den Blick auf konkrete Interaktionen richtet, in denen Subjekte, soziale Situationen, Arrangements und Atmosphären erst hervorgebracht werden.

Weiter Bildungsbegriff. Ausgangspunkt ist ein weiter Bildungsbegriff, der sich auf formale, non-formale und informelle Bildungssettings ebenso bezieht, wie auf institutionalisierte und nicht-institutionalisierte Räume. Im Fokus einer solchen Bildungsforschung stehen beispielsweise institutionelle Arrangements, aber auch pädagogische Routinen und soziale Praktiken, durch welche soziale Ordnungen hervorgebracht und abgesichert werden.

Vielfältige Zugänge. Die Vernetzungstagung versammelt Forschende aus verschiedenen Disziplinen und aus allen Landesteilen der Schweiz. Sie versteht sich als Raum für Austausch, Vernetzung und kritische Reflexion bildungswissenschaftlicher Forschung und ist offen für heterogene method(olog)ische Zugänge und theoretische Perspektiven, welche Bildung aus macht- und differenztheoretischen, postkolonialen, rassismus-, klassismus- und ableismuskritischen, (queer-)feministischen und intersektionalen Ansätzen beforschen.Die Tagung soll Raum bieten, um empirische Forschung zur Verwobenheit von Nicht/Fähigkeiten in Macht- und Ungleichheitsverhältnisse über disziplinäre und sprachliche Grenzen hinweg zu diskutieren.

Organisation. Die Vernetzungstagung wird von der SGBF-Arbeitsgruppe «Bildung in gesellschaftlichen Macht- und Ungleichheitsverhältnissen» (BgMU) organisiert.

Eckdaten

  • Anzahl Teilnehmende: max. 100 Personen
  • Kosten: CHF 50
  • Programm: Weitere Hinweise zum Programm folgen zeitnah.
  • Anmeldung: Das Anmeldefenster wird spätestens bis Januar 2027 geöffnet.

Literaturhinweise

  • Butler, Judith. 1993. «Kontingente Grundlagen: Der Feminismus und die Frage der ‹Postmoderne›». S. 31–58 in Der Streit um Differenz: Feminismus und Postmoderne in der Gegenwart, Fischer-Taschenbücher Zeit-Schriften, herausgegeben von S. Benhabib, J. Butler, D. Cornell, und N. Fraser. Frankfurt am Main: Fischer-Taschenbuch-Verl.
  • Butler, Judith. 2001. Psyche der Macht. Das Subjekt der Unterwerfung. Originalausgabe, 11. Auflage. Edition Suhrkamp. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
  • Foucault, Michel. 2005. Schriften in vier Bänden. Dits et Ecrits. Band IV. 1980–1988. Herausgegeben von Daniel Defert und François Ewald unter Mitarbeit von Jacques Lagrange. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag.
  • Goodley, Dan. 2017. «Dis/entangling Critical Disability Studies». S. 81–110 in Culture – Theory – Disability, herausgegeben von A. Waldschmidt, H. Berressem, und M. Ingwersen. transcript Verlag.
  • Waldschmidt, Anne. 2020. Disability Studies zur Einführung. Zur Einführung. Hamburg: Junius.